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 Reisebericht Sibirien 17.08.2005 (10:24 Uhr) christian
Hallo an Alle!

Bin soeben aus Russland zurückgekehrt und möchte von meinem 14tägigem Aufenthalt ein bisschen erzählen.

Es war meine erste Reise nach Russland und natürlich bin ich mit großen Erwartungen geflogen. Wir haben uns 14 Tage in Barnaul, der Heimatstadt meiner Frau, aufgehalten.

Der Flug von Deutschland nach Moskau war in Ordnung, eine moderne Boeing hat uns den Flug angenehm gemacht. Der Moskauer Flughafen Domededovo ist unkompliziert, sauber und auch für westliche Verhältnisse ein Top-Flughafen. Alles einfach zu finden, alles sauber und ein wenig überteuert. Abenteuerlicher schon der Flug von Moskau nach Barnaul, der erahnen lässt, dass vielleicht die Wartung der Flugzeuge auf Inlandsflügen nicht so genau genommen wird wie auf internationalen Flügen. Der Vogel jedenfalls war ein alter Schrotthaufen, der mir schon beim Anblick Angst eingeflösst hat. Trotzdem heil angekommen...*gg*

Interessant der Flughafen in Barnaul. Als solchen würde ich ihn eigentlich nicht bezeichnen. Zum Landen, Gepäckabholen und Weiterfahren jedoch reicht es.

Richtig Angst jedoch habe ich bekommen auf der Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum. Ich bin in meinem Sitz immer kleiner geworden und habe dem Fahrer versucht zu erklären, dass ich eigentlich zu jung zum Sterben bin. Habe kurzfristig beschlossen, dass wir während unseres Aufenthaltes besser auf weitere Autofahrten verzichten werden.

Im Zentrum angekommen die positive Überraschung. Strahlend blauer Himmel, 30 Grad, eigentlich alles überraschend sauber und ein billiges Hotel mit durchschnittlichem westlichen Standard. Für meine Frau und mich auf jeden Fall gut genug und wie gesagt - billig!

Auf unseren Erkundungen in der Stadt konnten wir viele nette Lokale im Freien und tolle Einkaufsmöglichkeiten (Stichwort Basar) finden, wo wir unsere Kohle ohne Probleme ausgeben konnten. Da Barnaul nicht unbedingt reich an Sehenswürdigkeiten ist, haben wir die meiste Zeit mit langen Spaziergängen, Einkaufsbummel oder am Hafen bzw. am Strand verbracht. Überall wurden wir freundlich und zuvorkommend behandelt, nie kamen wir in Kontakt mit kriminellen Handlungen und anderweitigen Problemen. Auch nicht am Abend und in der Nacht, wobei wir uns auch sehr vorsichtig bewegt haben. Hier hat wohl die Ortskenntnis meiner Frau gut geholfen.

Auf einen Besuch im sicher sehenswerten Altai-Gebirge mussten wir aufgrund der Schwangerschaft meiner Frau verzichten - werden diese aber beim nächsten Mal sicher nachholen.

Wirklich begeistert war ich von der russischen Küche, die wohl genau meinen Geschmack trifft. Ich kann ehrlich sagen, dass ich in keinem Restaurant enttäuscht wurde. Preislich bewegte sich eine Mahlzeit für zwei Personen ab 250 Rubel (einfaches Restaurant) bis ca. 1500 Rubel (gehobenes Restaurant). Lecker war es aber überall.

Mittlerweile geheilt von der schlimmen Autofahrt vom Flughafen benutzten wir mittlerweile auch wieder Taxis. In der Stadt fahren Sie weit nicht so schlimm, weshalb ich meine Angst rasch verloren habe. Auch die Benutzung der Öffis ist einfach. Billig, keine langen Wartezeiten und alles schnell und gut zu erreichen.

Im großen und ganzen kann ich sagen, mir hat alles sehr gut gefallen und ich war wirklich positiv überrascht von diesem Land - meine Erwartungen wurden in fast allen Belangen wesentlich übertroffen und ich kann eine Reise nach Russland allen empfehlen.

Jedoch gab es auch einen Punkt, der mich wirklich gestört hat. In Deutschland hat jeder das Vorurteil vom tagtäglich Wodka trinkenden Russen. Viele Leute in diesem Forum versuchten schon, dieses Vorurteil zu entkräften. Ich kann sagen, dieses Vorurteil trifft zumindest auf die Einwohner der Stadt Barnaul völlig zu.

Man kann egal an welchem Tag und zu welcher Tageszeit an öffentlichen Orten (Strassen, Plätzen, Lokalen) Leute (Frauen und Männer!) mit Alkohol anfinden. Die schwangere Frau mit der Bierflasche oder die Mutter mit dem kleinen Baby mit Flasche in der Hand ist normal. Vor allem am Wochenende ist kollektives Besaufen schon in den Mittagsstunden angesagt. Über diesen Zustand war ich wirklich schockiert. Ob das ein Problem dieser Stadt oder ein kollektives Russland-Problem ist, kann ich nicht sagen, ich fand es jedenfalls erschreckend.
Höhepunkte: eine Schifffahrt am Ob endete im allgemeine Besäufnis mit der Festnahme von zwei Betrunkenen und einer endlos weinenden Tochter meiner Frau. Und das meine Frau trotz Schwangerschaft im fünften Monat bei einer Einladung von Bekannten trotz klar ersichtlichem Babybauch den Konsum von Wodka ungefähr 30x ablehnen musste, hat mich wirklich rasend wütend gemacht. Ein "Nein" zum Wodka von mir wurde ohnehin ignoriert - auch obwohl meine Frau mehrmals angemerkt hat, das Wodka mir nicht schmeckt und ich harte Getränke aufgrund meines geringen Alkoholkonsums grundsätzlich nicht gut vertrage. Hab in mir halt runtergewürgt und immer nur schluckweise getrunken - mit viel Fruchtsaft.
Alkohol ist definitiv ein Problem - zumindest in dieser Stadt.

Trotzdem habe ich - ausgenommen Alkohol - einen wirklich guten Eindruck von Russland gewonnen und werde gerne wieder kommen.
 Re: Reisebericht Sibirien 23.08.2005 (14:33 Uhr) Globetrotter
Guter Reisebericht, angeblich soll nach der russischen Statistik der Pro-Kopf-Verbrauch an Wodka bei 10 Liter liegen. Kaum zu glauben.
 Re: Reisebericht Sibirien 24.08.2005 (23:33 Uhr) Lasse
> Guter Reisebericht, angeblich soll nach der russischen
> Statistik der Pro-Kopf-Verbrauch an Wodka bei 10 Liter
> liegen. Kaum zu glauben.

Auf was sind diese 10l gerechnet? Pro Monat, Quartal oder Jahr?

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Russland-Reiseforum". Die Überschrift des Forums ist "Infos, Fragen, Angebote & Tipps rund um Rußlandreisen, Land & Leute".
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